Urs Kryenbühl - Ein spektakulärer Sturz in Kitzbühel

Urs Kryenbühl mit Reporterin sk © sk
Urs Kryenbühl mit Reporterin sk © sk

(sk, sj20/21, Schindellegi)

 

Wie kam es zum Sturz?

Am Freitag den 22. Januar 2021 hatte der Unteriberger Urs Kryenbühl auf der Streif-Piste in Kitzbühel einen heftigen Sturz bei der Ersatzabfahrt für Wengen. Er fuhr sensationell die ganze Strecke und erreichte eine Geschwindigkeit von 145 km/h bis zum Zielsprung, wo alles schief ging: Er merkte, dass etwas nicht stimmte, der rechte Ski war weiter unten als der linke Ski. Er brachte ihn einfach nicht hoch. Ob der Wind im Spiel war oder die Oberluft bei diesem Tempo genügt hat, konnte er nicht beurteilen. Als er nach dem Sturz ins Ziel gerutscht war, war sein Ski sogar gebrochen.

 

Im Ziel

Er wurde im Ziel minutenlang erstversorgt und dann mit dem Helikopter die 10 Kilometer lange Strecke nach St. Johann geflogen. Im Bezirksspital wurde er dann 24 Stunden lang medizinisch untersucht und auch betreut. Schon am Samstagmorgen konnte er nach Hause in die Schweiz transportiert werden. 

 

Ärztliche Untersuchungen

Wie es mit den ärztlichen Untersuchungen weiterging, erzähle ich euch jetzt: An seinem 27. Geburtstag (28. Januar) wurde er bei Walter O. Frey und weiteren Spezialisten in der Universitätsklinik Balgrist in Zürich geröntgt. Es stellte sich heraus, dass er eine Gehirnerschütterung hatte, das Schlüsselbein in der rechten Schulter war gebrochen, das Innenband im rechten Knie war angerissen und das vordere Kreuzband im rechten Knie war ganz gerissen. Alle sind dankbar, dass er "mit so wenig" davongekommen ist.

 

Erinnerungen

„Ich kann mich an die ganze Fahrt erinnern, bis ungefähr zur Mitte des Zielsprungs. Von da an weiss ich nichts mehr, weder was im Zielraum passierte, noch den Transport in den Spital. Ich nahm erst die Abläufe im Spital war. Mir wurde gesagt, dass ich im Zielraum Fragen beantwortet habe, ich kann mich aber wie gesagt nicht daran erinnern“ ‚ teilte der Unteriberger mit. 

 

Operationen?

Das wichtigste für ihn war und ist immer noch Ruhe zu bekommen und viel zu schlafen, denn es musste noch einiges besprochen werden: Das Knie wurde mehrmals von Experten untersucht. Macht es Sinn einen operativen Eingriff zu machen, oder nicht? Soll das Schlüsselbein operiert werden oder soll man es sein lassen? Es gab zu viele Fragen, mit zu wenig Antworten. Wie sollte es nun weitergehen?

In der Zwischenzeit hatte Urs Kryenbühl sich mit verschiedenen Athleten unterhalten, die dieselben oder ähnliche Verletzungen hatten. Es waren solche, die sich operieren gelassen hatten und solche, die es ohne Operation schafften. Ein Paar haben ihren Genesungsverlauf mit oder ohne Operation bewältigt. Was die gesundheitlichen Aspekte betrifft, wurden gemeinsam Befunde analysiert, und danach in Gesprächen Wege gesucht und auch gefunden.

 

Weltmeisterschaften geht leider nicht

Es tat ihm weh zu wissen, dass er nicht an die Weltmeisterschaften gehen konnte. Natürlich wäre etwas möglich gewesen, aber das Schlüsselbein tat ihm mehr weh. Er wollte sich einfach so viel Zeit, wie die Genesung nur brauchte, geben, um gesund zu werden. Danach ist weiterschauen angesagt. Ihm ist wichtig, einen Schritt nach dem anderen zu machen. Wenn er gesundheitlich und körperlich wieder vollkommen fit ist, will er seiner Karriere eine 2. Chance geben. Urs Kryenbühl hofft, auf ähnlich hohem Niveau weiterfahren zu können, wie erfreulicherweise bis zum Sturz. Er wollte sich einfach die nötige Zeit geben, um mit den Ärzten gute Lösungen und Entscheidungen zu finden. 

 

Vom Athleten zum Fernsehzuschauer 

Er hat auch das zweite Abfahrtrennen und den Super-G im Fernsehen mitverfolgt, aber hat bewusst, um sich zu schonen, nicht das ganze Rennen gesehen. Er wird auch die restlichen Rennen mitverfolgen. Er ist halt nun vom Athleten, zum Fernsehzuschauer geworden.

 

Doch alles gut gelaufen

Er hat die Fannachrichten zwar nicht in den nachfolgenden Tagen gelesen, weil es wahrscheinlich zu hart für ihn gewesen wäre. Aber es freute und freut ihn immer noch ausserordentlich, dass die Anteilnahme so enorm gross ist. Er will an dieser Stelle an alle ein riesengrosses Dankeschön für dieses tolle Mitgefühl aussprechen! Seine Skisaison ist zwar beendet, aber es freut uns alle, dass er mit so wenig davongekommen ist und hoffen auf eine gute Besserung. 

Viel Glück in der neuen Saison! 

 

GO URS!!!

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