Krimiroman von ch

Autorin: ch, 29. September 2021

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Die warme Sonne kämpft sich ihren Weg durch die Wolken um dem Spatzenhof Licht zu schenken. Es wurde jetzt langsam schon richtig herbstlich. Die Vögel zwitschern und wie jeden Tag macht sich Sven der Stallbursche auf den Weg um die Pferde zu füttern. Sven arbeitet schon viele Jahre auf dem Hof, er ist mittlerweile schon ein älterer Herr. Er ist gross und kräftig, aber viel sprechen tut er nicht. Ab und zu hört man mal ein Grummeln aus seinem Mund. Die Pferde stehen friedlich in den Boxen und begrüssen Sven mit einem Wiehern. Alles scheint so friedlich doch in Wahrheit spuckt ein Gedanke im Hinterkopf von jedem Mitglied der Familie Hansen und Sven. Der Hof wird nämlich heute Mittag verkauft. Jan Hansen der Vater von Michael und Jana kämpft nämlich mit Geldproblemen. Die letzte Entscheidung ist es den Hof zu verkaufen. Anna seine Ehefrau und Jana sind stark dagegen. Grund dafür ist der Käufer Tom Ziegler. Er stinkt dauernd nach Zigarettenrauch und trägt immer einen schwarzen Hut und einen Mantel. Er hasst Kinder und geht mit Pferden sehr grob um. Er möchte Annas erfolgreiches Turnierpferd verkaufen um Geld zu kriegen. Wenn er das Pferd und den Hof haben kann sagt er natürlich nicht nein. Jana hat Angst und ist verzweifelt. Sie weiss, dass jetzt der letzte Zeitpunkt ist. 

Sven ist gerade fertig und auf dem Weg ins Haus als er Jana sieht. Jana ist 14 Jahre alt und hat blonde Haare und blaue Augen wie ihre Mutter Anna. Sie liebt den Hof und die Pferde. Vor allem ihr Pferd Fernando. Komisch normalerweise ist sie nie um diese Zeit wach. Sie hat ihre Handtasche in der Hand. Sven grüsst sie und sie dreht sich schlagartig um. Als sie sieht, dass es Sven ist grüsst sie ihn auch. Sven macht sich auf den Weg und wenig später folgt Jana. Familie Hansen und Sven setzen sich zum Frühstück. Jana hat für alle Frühstücks Smoothies gemacht. Im Radio laufen die Sonntagsnachrichten und alle sind bedrückt. Zwei Stunden später ist Jana vermutlich das letzte Mal auf ihrem geliebten Fernando und Jan macht sich für das Mittagessen parat. Kurz bevor Jan geht kommen alle noch mal ihn verabschieden. Michael fragt ob er parat ist. Jan meint er habe irgendein komisches Kribbeln und Brennen auf der Haut, aber es ist nichts Schlimmes. Traurig verabschieden sich alle. «Wirst du wirklich den Hof verkaufen?», fragt Jana ihren Vater. «Ich habe wohl nichts anderes übrig und du weisst das», antwortet Jan. 

 

Jan fährt zum Restaurant zum Steinbock um sich dort mit Tom Ziegler zu treffen. Als er ankommt kribbelt und brennt seine Haut stärker. Er hat ausserdem noch Magenschmerzen. Tom sitzt schon am Tisch. Seine Zigarre, den schwarzen Hut und seinen Mantel hat er natürlich auch dabei. Mit seinem kalten Blick mustert er Jan. Nach einer Weile sagt Tom: «Hier ist das Dokument unterschreiben und alles ist geregelt.» Jan entschuldigt sich schnell das Essen scheint ihm nicht zu bekommen. Er rennt aufs Klo und beugt sich über die Schüssel. Jetzt ist ihm elend. Er schwankt wieder Richtung Tisch und stützt sich schnell an einen Kellner. Als der zur Seite läuft kippt Jan um und liegt auf dem Boden. Sofort eilen alle zu ihm. Jan hört nur noch Stimmengewirr als seine Augen sich schliessen.

«Alle ruhig bleiben, wir holen einen Krankenwagen.», ruft irgendein Kellner durch die Menge. Als der Krankenwagen und die Polizei eintreffen ist Tom Ziegler längst verschwunden und Jan schon längst tot.

 

Im Haus der Familie Hansen ist es ruhig. Alle sind in ihren Zimmern als plötzlich die Tür klingelt. Anna öffnet sie und ist erstaunt als sie einen Polizisten sieht. Sie fordert ihn auf hineinzukommen und sie macht ihm einen Kaffee. Michael und Jana sind auch beide nach unten gekommen. Der Polizist erzählt davon was geschehen ist. Jans Leiche ist gerade bei der Autopsie und es wird ermittelt woran er gestorben ist. Solange müssen alle von der Familie zuhaue bleiben. Michael ist kreidebleich und bringt nur eine krächzende Stimme zustande. «Hat Papa den Vertrag unterschrieben oder nicht?», Der Polizist verneint diese Frage. «Im Moment ist der Hof unter deinem Besitz junger Herr», antwortet er. Jana sitzt mucksmäuschenstill da und umarmt ihre Mutter. Anna ist am weinen und kann nicht glauben was geschehen ist. Der Polizist verabschiedet sich und lässt die Familie völlig verloren in der Küche zurück. 

 

Drei Stunden später erhält Anna die Ergebnisse von der Autopsie. Die Familie versammelt sich am Küchentisch. Mit zitternder Stimme liest Anna die Ergebnisse vor. Jan ist vergiftet worden, er hat eine giftige Pflanze namens Eisenhut am Morgen eingenommen und ist wenige Stunden später daran gestorben. Sein Herz hat versagt. Anna fängt an zu heulen und Jana rennt auf ihr Zimmer. Michael starrt stumm an die Wand und geht auch in sein Zimmer. Wie heute Mittag klingelt es wieder an der Tür. Anna macht mit verweintem Gesicht die Tür auf. «Hallo! Mein Name ist Kommissar Bruno Herrmann, aber nennen sie mich einfach Bruno geehrte Dame. Ich habe gehört ihr Ehemann wurde vergiftet?», bevor Anna antworten konnte redete Bruno fröhlich weiter, «Auf jeden Fall hat mich die Polizei beauftragt hier zu vermittlen, äh ermitteln mein ich natürlich. Ich würde sagen ich befrage zuerst mal alle verdächtigen, wie in einem Krimi. Hach ist das aufregend!» Kommissar Bruno tretet in die Wohnung ein und schaut sich um. Er meint er muss alle Leute die am Morgen hier auf dem Hof waren befragen. Anna holt Sven, Michael und Jana hinunter. Der Kommissar meint er würde gerne alle einzeln befragen. «Ich fange mit Anna an.», sagt er.

 

Die anderen gehen alleine in ihre Zimmer oder in den Stall. Der Kommissar befragt Anna wo sie heute Morgen war oder wo Jan sich rumgetrieben hat. Der Menge nach zu urteilen war der Tod vielleicht ungewollt. Ein paar Milligramm weniger und Jan hätte überlebt. Deswegen ist Jan auch erst drei Stunden später gestorben. Anna ist aufgebracht das sie überhaupt verdächtigt wird. «Also hallo, ich bin wohl immer noch seine Ehefrau!», schimpft sie.

 Bruno befragt anschliessend Jana. Sie sieht sehr nervös aus und fummelt mit ihren Händen. Sie streitet jedoch alles ab. Nach der Befragung sieht sie sehr erleichtert aus und geht raus um frische Luft zu schnappen. 

 

Michael schlendert rein. Er zieht seine Lederjacke aus und setzt sich hin. «Was willste?», grummelt er. Der Kommissar befragt ihn, aber Michael meint um einen Mord zu begehen hat er keine Zeit. Er wirkt die ganze Zeit über cool. Er meint ihn interessiert der Hof nicht sehr, aber ihn zu erben hat schon etwas.

 

Langsam wird es schon spät und Bruno beschliesst morgen mit den anderen fortzufahren. Nachdem Bruno gegangen ist sind alle erschöpft und lassen ihre Gedanken spinnen. Alle haben ein Motiv. In diesem Haus ist ein Mörder. Als der Kommissar daheim ist geht er nochmals alle Fakten durch. Anna ist Jans Ehefrau, viele Morde passieren in der Ehe zumindest in den Filmen. Ausserdem scheint Anna nicht das beste Verhältnis zu Jan zu haben, sie hängt sehr an den Pferden und stimmte nur widerwillig dem Verkauf zu. Michael hängt nicht sehr an den Pferden, mehr an seiner Lederjacke und seinen Drogen. Jedoch erbt er den ganzen Spatzenhof und das Grundstück da er mit sechzehn Jahren das älteste Kind der Familie ist. Mord für das Erbe, auch ein guter Grund. Jana, ist eigentlich ein harmloses vierzehn jähriges Mädchen, dass sehr an ihren Pferden hängt. Tom Ziegler ist ihr nicht sympathisch und sie möchte die Pferde und den Hof nicht verlieren. Ob sie so weit gehen würde um ihren Vater zu ermorden steht noch offen. Sven wird der Kommissar morgen befragen. Im Moment scheint er wie ein zwielichtiger Kerl und er gehört nicht zur Familie. Wenn der Hof weg ist, ist sein Beruf das auch.

 

Sven macht sich am nächsten Tag wieder auf den Weg um die Pferde zu füttern. Die Nacht über hat er sich in seinem Bett hin und her gewälzt und hat versucht seine Gedanken zu sortieren. Er geht noch einmal den Morgen vor dem Tod durch. Er ging wie jeden Morgen die Pferde füttern doch etwas war anders. Moment mal.

 

Als Jana um acht Uhr hinunterläuft ist ihr elend zumute. Sie hat nicht geschlafen und macht sich fürchterliche Sorgen. Als sie auf dem Weg zur Küche am Arbeitszimmer vorbei läuft hört sie Kommissar Brunos Stimme. «Nein, also das glaub ich nicht, sind sie sich sicher. Ich schaue mal nach.» Kurz darauf öffnet sich die Tür und Jana schreckt zurück. Schnell eilt sie in die Küche doch jetzt ist ihr der Appetit verdorben. 

 

Michael kommt erst viel später die Treppe hinunter gelaufen, die Haare noch ganz verwuschelt. Er zieht sich an und läuft in den Stall. Er läuft die Stallgasse hinunter und holt sich Pippa, ein schwarz weiss geflecktes Pony, aus der Box. Als er sie auf den Platz führt und aufsteigt fühlt er sich beobachtet. Er dreht sich um und sieht Kommissar Bruno da stehen. Er läuft auf Michael zu und spricht ihn an wieso er reitet. Ich dachte dir liegt nichts an den Pferden?, fragt er. Michael erwidert, dass das nicht heisst er darf nicht reiten. Mir gehört jetzt der Hof ich darf alles machen. Der Kommissar verlässt den Platz mit zusammengekniffenen Augenbrauen.

 

Dem Kommissar gehen langsam die Ideen aus. Aus reiner Verzweiflung stattet er Tom Ziegler einen Besuch ab. Als Tom die Tür öffnet schaut er Bruno mit seinem schneidendem Blick an. «Herein», sagt er mit tiefer Stimme. Bruno tritt hinein und fängt an zu husten. Die ganze Wohnung riecht nach Zigarrenqualm. In dem Moment zündet Tom sich noch eine Zigarre an. Er nimmt einen Zug und pufft den Rauch aus. Dann fängt er an zu reden. «Ich habe schon von dir gehört Kommissar», sagt er mit abfälliger Stimme, «und ich habe keine Lust auf deine albernen Spielchen.» Der Kommissar fasste sich also nach dieser Aussage sehr kurz bekam jedoch keine hilfreichen Informationen. Immer nur das Gleiche. Ich habe nichts mit dem zu tun oder ich bin doch kein Mörder.

 

Sven war verzweifelt. Der Kommissar wollte ihm einfach nicht glauben. Er hatte ihn sogar als hochverdächtig beschrieben nur, weil Sven die Wahrheit wusste. Sven wusste er braucht Beweise. Und zwar jetzt. Die Frage war nur woher? Er ging zu den Pferden um dort seine Ruhe zu finden. Er hatte immer die besten Gedanken im Stall. Dann sah er etwas, einen Gegenstand. Ein Grinsen machte sich auf seinem Gesicht breit.

 

Am nächsten Morgen ging Sven zu Kommissar Bruno. Sven meinte er habe endlich beweise gefunden. Misstrauisch drehte sich Bruno zu ihm um. «Tatsächlich! Das ist ja unglaublich. Bist du dir sicher, dass es stimmt?», sagte Bruno. Ich gehe mal jemanden genau unters Verhör nehmen. Waren Brunos letzten Wörter bevor er im Haus verschwand.

 

Der Kommissar setzte sich gegenüber von dem augenscheinlichem Mörder. «Gehört das dir?», fragte Bruno in einer geheimnisvollen Stimme, dabei hielt er den Beweis in der Hand. «Es tut mir so leid!», schluchzte die Stimme auf. «Ich wollte das nicht, es war ein Fehler, ein Missverständnis!», Die Person fing an zu weinen und schluchzte weiter: «Ich wusste nicht das es so enden würden, ich wollte nur mehr Zeit!». Nach ein paar Minuten beruhigte sich die Person wieder und Bruno sagte: «Komm her Jana, es wird alles wieder gut.»

Anna, Sven, Michael, Bruno und Jana setzten sich an den Küchentisch. Die geblümte Tischdecke wirkte plötzlich nicht mehr so fröhlich und der Kühlschrank surrte lauter als normal. Vielleicht lag es, aber auch an der bedrückenden Stille die plötzlich herrschte. Bruno nahm das Wort auf und erzählte allen was in den letzten drei Tagen passiert ist.

 

Jana wollte Fernando, den Hof, Sven einfach alles nicht verlieren. Sie wollte die Abgabe des Hofes verlängern damit sie sich richtig verabschieden konnte und vielleicht änderte Tom Ziegler ja auch seine Meinung. Sie ging auf die Wiese und pflückte den Eisenhut. In der Schule hatte sie gelernt, dass diese Pflanze sehr giftig war und auch zum Tod führen könnte. Sie dacht wenn sie nur eine kleine Menge in den Becher ihres Vaters mischte würde nichts schlimmes passieren. Jan würde einfach zuhause bleiben und ein paar Tage später einen neuen Termin vereinbaren. Also pflückte sie den Eisenhut füllte ihn in ein Fläschchen und füllte ihn in Jans Getränk. Zu ihrem Unglück sah Sven wie sie in ihrer Handtasche herumkramte und wie ertappt aussah als Sven sie grüsste. Als Jan starb war Jana verzweifelt und hatte Angst. Sie schlief nicht, ass nicht. Es bedrückte sie psychisch. Sie hörte immer eine Stimme in ihrem Hinterkopf, du hast deinen Vater getötet, du hast ihn ermordet, du bist eine Mörderin. Sven kam erst später zu mir als ich noch anderen Fährten auf der Spur war und erzählte was er gesehen hatte. Ich glaubte ihm nicht solange er keine Beweise hatte. Er fand in deiner Handtasche ein Fläschchen in dem noch ein winziger Rest Eisenhut war. Ich beschloss dich zu fragen ob dir das Fläschchen bekannt vorkommt. Unter Druck hast du gestanden. Es war jedoch ein Versehen deswegen wirst du nicht bestraft und wir werden nicht vor Gericht gehen. Ich würde mal sagen, du kannst in nächster Zeit viel auf dem Hof helfen. Meine Arbeit ist beendet.

 

Ein paar Wochen später stand Janas Urteil fest. Ein Jahr in der Jugendstrafanstalt. Danach war sie für fünf Jahre auf Bewährung, und die Polizei kam nach der Entlassung nochmals für ein Gespräch. Der Hof war jetzt in Michaels Besitz und wegen den Zeitungsberichten hatten sie genug Geld um durchzukommen. Viele waren neugierig und besuchten den Hof, was ihnen ebenfalls Geld einbrachte. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Janine (Samstag, 02 Oktober 2021 10:23)

    Mega spannender Bericht